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3. Coupe Winterhtur


www.wintigo.org | Go Club Winterthur (2004-2023) | (© philipp g. freimann)

Turnierabend

Am Montag, 11. Juni 2007 war es wieder soweit: Das dritte Winterthurer Blitzturnier öffnete seine Tore. Im Gegensatz zu den letzten zwei Jahren fand das Turnier an einem einzigen Abend statt. So konnten die sieben Teilnehmer - und es waren auch die letzten Jahre etwa so viele - definitiv mehr Partien spielen. Gegen Sieben Uhr trudelten the fast and furious ein. Da es sich um ein kantonales Turnier handelte, waren nicht nur Winterthurer anwesend - Josef und Lorenz vertraten die Hauptstadt.

Lorenz hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass 12 Minuten pro Partie doch gar nicht wirklich Blitz sei. Doch hier auf dem Lande geht alles etwas gemütlicher. Wir sind schon froh, wenn wir in voller Spielzeit die Hälfte der Steine eines Profis legen können - und dabei ist unsere Bedenkzeit noch nicht einmal eingerechnet! So gab es auch diesmal Verluste nach Zeit.

Das Wetter war auf unserer Seite. So konnten wir bei einem Glas Grüntee, dem offiziellen Clubgetränk, im Freien spielen. Man durfte zur Erfrischung natürlich auch etwas anderes konsumieren, und so war ich wieder einmal der einzige, der sowohl Geist als auch Kreislauf mit Asien berauschte.

Mancher Gast im Fahrenheit, unserem Clublokal, mag sich gefragt haben, worum es bei diesem Turnier gehe. So viele Bretter sehen wir selten gleichzeitig auf den Restauranttischen. Richtig, hier wird jeden Montag Go gespielt. Ein Zuschauer klärte seinen Kollegen auf, dass dieses Spiel nicht wirklich kompliziert sei, dennoch sei es als ganzes vielfältiger als manch anderes. Mit seinen drei Grundregeln ist Go einfacher zu lernen als das Mühlespiel. Mit seinen 300 Möglichkeiten pro Zug legt es hingegen jeden Computer lahm, der nur schon eine annehmbare Partie liefern will und ist somit komplexer als Schach. Es fördert Scharfsinn, Konzentration und strategisches Denken in vielen Dimensionen. Beim Go können darüberhinaus dank dem einfachen Vorgabesystem Starke mit Schwachen spielen, ohne das es dem einen oder anderen dabei langweilig wird. Und diese Eigenschaft machten wir uns gleich zu Nutze:

Jeder gegen jeden war das Motto. Das kann man verschieden auslegen. Meine ursprüngliche Idee war, dass eine Paarung durch ein Schiedsgericht entfallen soll: Jeder darf alle Partien spielen, muss dies aber nicht tun. Die meisten ereiferten sich erfreulicherweise, alle möglichen Partien zu spielen. Nicht jeder war so spielfreudig: Ich selbst z. B. habe mein mobiles Büro mitgenommen und alle Resultate sofort in eine Tabelle eingetragen. Daher blieb mir nicht die Zeit, alle Partien zu spielen. Dank dem "heißen Punkt" (Internet Hotspot) im Restaurant Fahrenheit, waren alle Resultate gleich nach der letzten Partie mit Foto bereits im Internet zur Verfügung. Noch am selben Abend kannte die ganze Welt unsere Blitzkönige.

Die Winterthurer Gewinnformel (Siehe www.wintigo.org -> Turniere) berücksichtigt die Anzahl Gewinne, die Anzahl Spiele und die Stärke der Gegner mit so genannten sum of opponent score-Punkten (SOS). Dabei kann auch gewinnen, wer nicht alle Partien spielt. Josef hat jedoch alle gespielt und - wir kennen ihn gut - natürlich auch alle gewonnen. Der Coupe Winterthur, die offizielle Siegerprämie, wurde, weil das Fahrenheit keine Eiscrem anbietet, in ein exquisites Sandwich umgewandelt: Herzliche Gratulation!

Ph. Gressly (Präsi. Winti Go-Club)